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Rennbericht “KSF- Erftland by premio” zum 24h Race of Cologne 2011
Am Samstag, 22.01.2011 war es soweit. Endlich war der Tag da, wir -die Kartsportfreunde Erftland- geben heute unser Debüt zum 24h Race of Cologne.
Zeitig sind wir vor Ort, das Wohnmobil steht, und die finalen Vorbereitungen laufen. 1 Tag vor Start des Rennens erfahren wir, dass wir neben unserem lieben Autohaus Heinen einen weiteren Sponsor gefunden haben: premio Reifen- und Autoservice. Wunderbar! Wir gehen die Sache locker an, Markus hatte belegte Brötchen mitgebracht, und so wurde erstmal lecker gefrühstückt, bis dass es losgehen sollte.
Erwähnen möchte ich, dass wir (mal wieder !) mit Kart 5 ins Rennen gingen. So langsam wird das echt zum “Running Gag” zumal wir vorher drüber gewitzelt hatten, wer von uns denn nun das Los ziehen solle...keiner wollte dafür “verantwortlich sein” dass er Kart 5 zieht. Gezogen wurde am Vortag aber von je einem Team für das andere...wir wurden von einem anderen Team also ausgelost und bekamen...Kart 5....(nur der Vollständigkeit halber erlaube ich mir jetzt noch zu erwähnen, dass unser Schlussturn von Fahrer 5 in Stint Nr.5 mit Kart Nr. 5 gefahren wurde....). Box 5 stand übrigens unter Wasser....kurios das alles...
Es geht also los. Für das VIP- Race bekommen wir Marcus Lacroix zugelost, welcher mit unserem schön beklebten premio- Kart tatsächlich Platz 2 rausfährt...na, wenn das mal kein gutes Vorzeichen ist...
Das 24h- Rennen starten wir von Platz 7 aus, den Chris für uns rausgefahren hatte. Rütt führt den Le Mans Start, behauptet seine Position und fährt sogar bis auf Platz 6 vor. Dann wird er vom dahinterliegenden Elektro- Kart böse abgeschossen...wir werden durchgereicht bis auf Platz 12. Wir kämpfen uns also durchs Feld und liegen irgendwann endlich wieder auf Platz 7. Der nächste Abschuss. Wieder zurückgefallen und wieder zurückgekämpft auf 7 oder 8.
Easy going, wir haben unsere Taktik, sind vollkommen entspannt, alles läuft nach Plan. Fahrerwechsel auf Schlag Runde 90. Zwar ein Ritt auf der Rasierklinge und sicherlich mit die härteste Taktik von allen Teams, aber es klappt. Armin und ich stehen an der Strecke, wir achten akribisch darauf, dass alles passgenau funktioniert. Eine Runde zuviel und wir bekommen Strafe...
Fahrerwechsel, dann der Super- Gau. Nach ein paar Runden, wir stehen also entspannt an der Bande, zeigt uns der Fahrer an, er kann nicht mehr. Er wurde abgeschossen. Jetzt müssen wir anfangen zu improvisieren... Erneuter Wechsel, zwar nicht eingeplant, aber nicht zu ändern. Wir fallen zurück auf Platz 11.
Kurz überlegt, Taktik etwas ”gestreckt”, wir sind wieder drin im Trott. Zwischenzeitlich beginnt das Feld sich etwas auseinander zu ziehen. Die ersten Überrundungen sind erfolgt, P 10 liegt knapp vor uns. Wieder durchkämpfen heisst die Devise. Hat ja schliesslich schon zweimal geklappt... Der angeschlagene Fahrer meldet sich beim (nicht vorhandenen!) med. Dienst (sprich: Rennleitung): und raus... also nur noch 10 ”kleine Negerlein”...weiter geht's.
Irgendwann der nächste Gau: Fahrer Nr. 2 zeigt in seinem 2. Stint an, dass er nicht mehr kann und kommt ebenfalls frühzeitig in die Box. Ebenfalls bedingt durch einen weiteren Abschuss in seinem 1. Stint. Auch er zur Rennleitung und raus...da waren's nur noch 9...
Jetzt wird's langsam heiss...wieder improvisieren...Armin und ich laufen auf Höchsttouren...rechnen, planen, Taktik ändern...wir haben eine Lösung gefunden und versuchen den altbekannten Trott aufzunehmen...wenn der nächste Fahrer etwas länger draussen bleibt, können wir wieder Boden gut machen. Geplant ist in (Tank)- Runde 478 zum Tanken und Reifenwechseln reinzukommen. Ausgelegt war die Taktik auf 440 Runden (450 garantiert). Tank- Runde 478 kommt, unser Fahrer Patrick bleibt auf der Linie zur Boxeneinfahrt (!) ohne Sprit liegen. 20 Meter schieben....Schwein gehabt... Zum Glück haben wir mit ihm einen äusserst erfahrenen Fahrer am Start. Er merkte, dass etwas nicht stimmt und hat versucht, den Tank durch Wankbewegungen des Karts bis aufs Äusserste auszuquetschen...
Volltanken, währenddessen Chris rein. Der Tank war beim vorherigen Tankstopp zwar relativ voll, aber noch mit ca. 2 cm Luft. Wir tanken also voll, danach das Kart mitsamt Chris, der den nächsten Turn fahren soll, auf den Kartwagen und Reifen wechseln. Der Techniker vom Kartcenter setzt derweil eine Pumpe drauf und erzeugt Unterdruck, damit das Kart anspringt. Dabei läuft der Tank etwas über, also richtig randvoll...
Chris raus und Feuer frei. Wir liegen noch in Schlagdistanz zu P10...
Dann Fahrer Nr. 3, der uns aus konditionellen Gründen anzeigt, er kann nicht mehr. Er liegt aber im Bereich 70- 90 Runden, also raus. Erneut improvisieren...jetzt geht es um Schadenbegrenzung:
P 10 erhöht den Abstand.
Nur noch die schnellsten Fahrer und zugleich die Tankstopps bis ans Ultimo dehnen. Wir entscheiden uns, das Kart bis Tankrunde 500 (!) draussen zu lassen. Ein erneuter Ritt auf der Rasierklinge...aber es klappt. Wir tanken (wieder bis Anschlag), im Kanister ist nach dem Tankvorgang noch ein knappes Glas Sprit...
Die Aufholjagd beginnt. Aus Sicherheitsgründen entscheiden wir uns aber die Tankstopps auf 490 Runden zu setzen... Wir machen Boden gut. In den frühen Morgenstunden können wir uns durch den Einsatz von einigen unserer schnellsten Fahrer wie Charlotte, Chris und Patrick sogar wieder auf P10 durchkämpfen !!!Fahrerwechsel, Tanken, wir haben wieder etwas verloren, bleiben aber dran an P10...am frühen Vormittag sind Daniel und Marcel ja auch wieder da. Wir geben bis dahin unser Äusserstes.
Ein Reifenwechsel steht noch an. Alles klappt prima. Wir sind beim 2. Reifenwechsel inkl. Tankstopp und inkl. eines klemmenden linken Vorderrades sogar ein paar sek. schneller als das in Führung liegende Team “Race-4-kids”..(!)
Wir liegen nur vier bis fünf Runden hinter P 10. Müssen die noch Reifen wechseln? Wenn ja, dann haben wir sie... leider stellt sich jedoch gegen 14 Uhr heraus, dass sie anscheinend schon gewechselt haben. Mist.
3 Stunden vor Schluss der ultimative Super- Gau: wir erfahren, dass es in Köln Tradition ist, dass auch der letzte Fahrer, der den Zieleinlauf fährt, zwischen 70 und 90 Runden gefahren sein muss. DAS war uns vorher nicht klar, stand auch nicht explizit im Reglement....jede Runde zuviel oder zuwenig wird mit 2 sec. bestraft... gut wir könnten auch das (rein von der Platzierung her) hinnehmen, es ändert eh nichts mehr. Zuviel Platz nach vorne und mehr als genug Luft nach hinten. Aber diese Blösse geben wir uns nicht.
Auch nicht beim Debüt !!!
Das Problem ist nur, dass weder Armin noch ich jetzt noch in der Lage sind, das auszurechnen. Uns raucht der Kopf, wir sind vollkommen übermüdet, wir haben durch das ganze Improvisieren soviele Zahlen im Kopf, dass wir teilweise schon die Pflichtturns mit dem Taschenrechner ausrechnen müssen und uns gegenseitig rückversichern, ob das stimmt, was der eine oder andere errechnet hat. Diese Meldung mit den 70-90 Runden am Schluss ist unser mathematischer Todesstoss.
Zum Glück taucht der erfahrene und ausgeschlafene Michael Heinen auf, und rettet -quasi in letzter Stunde- die gesamte Teamehre !!! Er errechnet EXAKT die Runden, (die Runden, die jeder fahren muss in den letzten 4 Turns) und schafft es tatsächlich, dass Marcel im Schlussturn seine 70 Runden voll hat...
VIELEN DANK dafür !!!
Auch einen herzlichen Dank an die Fahrer, die mit uns die Nacht durchgemacht haben, und uns damit ebenfalls den Allerwertesten gerettet haben. Euer Einsatz war grandios !!!
Wir nehmen sehr viel an Erfahrung mit aus diesem Event, beim nächsten 24'er planen wir die Einsatzzeiten der Fahrer auch besser, um kalkulierte (!) Ruhephasen einzubauen...versprochen!
Fazit des Ganzen: wir brauchen uns nicht zu verstecken, die Teamleistung war mehr als gut !!!
Es war für uns schlicht eine Standort- Bestimmung und bei allem Durcheinander noch keine 4 Minuten hinter einem Team zu landen, welches fast ausschliesslich aus Fahrern der ADAC GT Masters besteht, ist ja auch mal ganz “ok”.
Wir lernen daraus, ziehen unsere Schlüsse und beim nächsten Mal wird's besser.
Die Kartsportfreunde Erftland kommen wieder !!!
Sei es in Köln oder anderswo...
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