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Rennbericht zum 4h Rennen des RTL Spendenmarathons am 15./16. August 2010

Glück und Pech liegen oftmals dicht beieinander.

Glück hatten wir mit unserem Sponsor Premio Reifen- & Autoservice. Wir haben nicht schlecht gestaunt, als wir am Samstag zum Westerwaldring kamen und fast die gesamte Strecke mit premio- Werbung bestückt war. Hinzu kamen dann noch die passenden Shirts, sowie Aufkleber fürs Kart. Das war für uns schon mehr als nur verpflichtend hier auch ein passendes Ergebnis hinzulegen.

 

Samstag:

Das Pech begann jedoch bereits bei der Anreise am Morgen mit über 1 Stunde Stau ab der Auffahrt Bedburg...

Im ersten Trainingsturn erhielten wir dann Kart 13. Nomen est omen. Kart 13 kann getrost als unterdurchschnittlich bezeichnet werden. Immerhin konnten wir damit aber eine respektable sechstbeste Trainingszeit verbuchen. Bei den anderen Trainingsläufen lag dieses Kart nur noch unter “ferner liefen” in der Platzierung. Vorletzter oder drittletzter Platz.

Im zweiten Turn konnten wir dann endlich mal unser Können unter Beweis stellen. Anderes Kart und schon lief's besser. Mit der drittbesten Zeit im Training, nur ein paar Hundertstel hinter dem zweitplazierten, der zudem noch den Westerwaldring als Heimatstrecke hat. Auf Platz 1 landete (wie übrigens in allen 4 Trainingsläufen) Kart 10. Obwohl wechselnde Teams: Kart 10 war nicht zu schlagen. Dieses Kart wurde zum Quali dann auch ausgemustert.

Dann wurden die Karts für's Quali gezogen. Als wir dann zudem auch noch Kart 5 zogen, ging ein Raunen durch die Menge. “Gott sei Dank ist die Krücke weg”. Kart 5 war das mit Abstand schlechteste Kart im Feld.

Nachdem wir bereits im Vorfeld bei der Rennleitung Protest eingelegt hatten, dass wenn dieses Kart nicht laufen sollte, wir das ausgetauscht haben möchten. Und genau so kam es. Das Quali begann, die Krücke durfte 3 Runden laufen, dann kam es in die Box. Kurzer Check und ausgemustert. Defekt. Neues Kart, gleiche Startnummer. Doch das zweite Kart war leider keinen Deut besser. Wie sich später herausstellte, nahm auch das Ersatzkart kein Vollgas an. Chris Scheibke schaffte es aber, mit diesem kranken Kart einen sehr, sehr respektablen 7. Startplatz herauszufahren. Da wir diesselben Karts am nächsten Tag fahren sollten, war nach dem Quali die Stimmung erstmal gedrückt.

Dann folgte das Quali für Gruppe 2. Zwischenzeitlich hatte man sich des Karts Nr.5 auf unseren Protest hin angenommen. Und siehe da, auf einmal nahm es Vollgas an und legt im Quali der Gruppe 2 die zweitbeste Zeit hin. 2 Hunderstel langsamer als Chris Scheibke im zweiten Trainingslauf. Damit war die Stimmung wieder erheblich besser. Zu erwähnen sei, das Chris sich im Quali eine böse Rippenprellung zugezogen hatte, weil ihm jemand sehr unsanft in die Seite gefahren war. Es war also fraglich, ob er am Sonntag überhaupt teilnehmen konnte.

Sonntag:

Frohen Mutes und heiss aufs Rennen ging es zum Westerwaldring. Das reparierte Kart Nr. 5 hatten wir am Vorabend noch fleissig mit premio- Aufklebern bestückt. Der Rennstart war für 10:00 Uhr angesetzt.

Regen.

Das war das Zauberwort. Demnach musste die Taktik fürs Rennen ausfallen. Laut Wetterradar sollte um 11:00 Uhr der Regen einsetzen und gegen 12:30 / 13:00 Uhr wieder abflauen.

Markus wollte nicht im Regen fahren, deswegen war die Taktik, Chris( der sich mit Ibuprofen vollgepumpt hatte) und Markus die ersten beiden Turns fahren zu lassen, dann unsere gewichtsmässig bei Regen vorteilhafteren Fahrer Marcel Heinen und Sebastian Fix, beim Abflauen dann Rütt Hellemanns und für den Schlussturn nochmal Chris.

Ursprünglich war Chris für den ersten Turn nominiert, um von Startplatz 7 erstmal das Feld aufzurollen und danach Markus, um dem Ganzen noch die Krone aufzusetzen. Da der Himmel aber bereits um halb zehn sehr wolkenverhangen war, haben wir schnell umdisponiert, damit Markus einen Turn im Trockenen absolvieren kann. Es ging los, Markus kassierte auch recht schnell die Nummer 6. Klar. So war es ja auch gewollt. Bereits in der zweiten Runde kam dann der Super- Gau. Technischer Defekt an Kart Nr. 5. Die Karre nahm überhaupt kein Gas mehr an. Markus kam also in der zweiten Runde in die Box.

Das Kart wurde nach einem kurzen Check getauscht, damit war's dann vorbei mit dem schön beklebten premio- Kart. Mittlerweile mehrere Runden in Rückstand liegend nahm Markus dann wutentbrannt das Lenkrad in die Hand und begann vom letzten Platz aus das Feld langsam “aufzurollen”. Uns war aber klar, dass ein solcher Rückstand auf die Spitze unmöglich noch aufzuholen ist. Nun ging es um Schadenbegrenzung.

Unglaublicherweise schafften es Markus und Chris binnen einer Stunde jedoch, sich wieder bis auf Platz 7 mit einer Runde Rückstand auf den sechstplazierten vorzukämpfen!

11:00 Uhr Regenzeit...Wechsel für Marcel Heinen. Um Punkt 11:03 fing es an zu nieseln. Die Taktik ging auf! Während einige mit den nun teilweise sehr rutschigen Bedingungen sehr schlecht zurechtkamen, bewies Marcel sein fahrerisches Können und fuhr mit Ausnahme eines Querstehers eine sehr saubere Linie und auch durchaus akzeptable Rundenzeiten. Danach übernahm Sebastian Fix das Volant. Auch er kam mit den nieselnden und dann wieder abtrocknenden Bedingungen sehr gut parat. Bereits gegen 12:00 Uhr hörte es auf zu regnen. Taktikänderung. Noch 2 Stunden und ein Tankstopp... Sebastian zum Tankstopp, dann noch eine Runde, dann Weitergabe des Karts an den konditionell austrainierten Rütt Hellemanns für eine gute Stunde, danach Chris Scheibke als “Joker”. Das müsste reichen um unter die Topp-5, vermutlich sogar auf Platz 4 zu kommen. Zudem waren damit auch alle Fahrwechsel vollzogen.

Gesagt getan, Rütt wechselte Sebastian Fix ein und fuhr eine wahnwitzige Aufholjagd. Er machte einen Platz gut und lag nun auf der 6. Selbst auf den zwischenzeitlich eingewechselten DTM Audi- Werkspoliten Martin Tomczyk machte Rütt Runde um Runde Boden gut. Kurz vor dem showdown aber ging M. Tomczyk an die Box. Schade! Rütt hätte ihn definitiv geholt !!!

Dann kam der nächste Gau. Gegen 13:00 Uhr goss es plötzlich wie aus Eimern. War wohl nix mit Wetterradar....zumindest 2h zu früh angesagt. Anfangs klappte es noch gut, doch gegen Ende fehlten Rütt gut 4sec. pro Runde auf die Spitze. Taktikwechsel. Chris oder Sebastian? Wir entschieden uns für Sebastian. Doch auch er kam mit den zugegebenermassen wahnwitzigen Bedingungen nicht zurecht. Chris hatte sich zwischenzeitlich die Linie eines augenscheinlichen Regenprofis abgeschaut. Also ein weiterer (diesmal unplanmässiger)Wechsel. Chris übernahm das Steuer und schlug sich wacker. Er machte wieder Boden gut. Doch dann wurde das Rennen eine gute halbe Stunde vor offiziellem Ende abgebrochen.

Die Frage bleibt nun, da wir sehr zeitig die ersten Wechsel vollzogen haben, ob alle Teams komplett durchgewechselt hatten. Man bejahte dies zwar, aber das ist wohl eher zweifelhaft.

Trotz dieses wirklich mehr als nur “ ein wenig Pech gehabt” haben sich die Kartsportfreunde- Erftland nicht nur wacker geschlagen, sondern vielmehr eine absolut unglaubliche Teamleistung hingelegt. Wir haben oftmals die schnellsten Rundenzeiten im gesamten Feld in den Asphalt gebrannt!

Hätte, wäre, wenn zählt im Motorsport zwar nicht...aber wenn...dann...!!!

Zumindest können wir auf den erreichten 6. Platz wirklich sehr stolz sein, angesichts der mehr als nur ungünstigen Bedingungen!